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25 Jahre STT - Zeit für Erinnerungen |
Willi Frenz - ein Bergspezialist in der STT
Vor kurzem blickten wir in die STT Saison 2001 zurück - das Jahr der Turbo Porsche. Die um die 700 PS starken Boliden tobten an der Spitze des Feldes. Keineswegs weniger interessant ging es im Mittelfeld zur Sache. Ein Name der zumindest eingefleischte Motorsportfans aufhorchen ließ - Willi Frenz. Eigentlich am Berg unterwegs wagte der Mönchengladbacher damals einen Abstecher auf die Rundstrecke. Im Februar 2010 verstarb der Bergspezialist 74jährig.
Rückblende, Freitag, 27. April um 13.40 Uhr. Die Boliden der Spezial Tourenwagen Trophy beginnen in Hockenheim ihr Zeittraining. Es ist der Start in die Saison 2001, erstmals wird wieder ein Gesamtmeister am Ende der Saison gekürt. Mit der Startnummer 24 rollte ein schneeweißer Porsche auf die Strecke. Nur die Spoilerlippe und die Lufteinlässe am Heckflügel heben sich blau ab. Der Pilot ist für Bergrennfans kein Unbekannter - Willi Frenz. Bei seinem ersten STT Auftritt hat der Mönchengladbacher Pech. Die Klasse für GT Fahrzeuge bis 4000 ccm ist schwach besetzt. Nur Achim Schneider steht als Konkurrent am Start. Damit entgehen Frenz wichtige Meisterschaftspunkte, denn die Starterzahl in der Klasse entscheidet über die Höhe der zu vergebenden Punkte. Die Strecke ist noch etwas feucht und so kommt der Schnellste, Daniel Schrey im Porsche 935, nicht über eine Zeit von 1.06,511 hinaus. Bei Willi Frenz bleibt die Zeit nach 18 gefahrenen Runden bei 1.13,058 stehen. Das reicht für Startposition 13 - flankiert von den Zweiliterassen Sven Fisch im C-Coupé und Joachim Bunkus im Dolomite.
Am Berg hatte Frenz in den 80er und 90er Jahren mit seinem gelben Lola Erfolge eingefahren, unter anderem die Vizemeisterschaft in der Deutschen Bergmeisterschaft. Beim STT Debüt stand ein Fahrzeug bereit, das bereits auf eine interessante Rennhistorie zurückblicken konnte. Der 95er Carrera entstand 1996 für Michael Beilke. Im belgischen Carglass Cup sollte der von AD Sport aufgebauter 911er für Siege sorgen. Die ganz großen Erfolge blieben indes aus. 1999 übernahm Dr. Edgar Althoff und startete im Langstreckenpokal. Nach einem Unfall wurde es ruhig um den weißen Riesen. Erst Willi Frenz brachte den Porsche wieder zurück in den Renncircus. Doch auch Frenz konnte mit dem Porsche immer seltener gegen die stärker werdende Konkurrenz punkten. Ein ähnlicher Prozess wie schon 1995 fand statt, als damals der 993 dem 964er Porsche das Heck zeigte. Jetzt waren es die neuen Porsche 996 GT3 Cup oder Porsche 996 GT3 RS, die von Fahrwerk und Motor mittlerweile deutlich überlegen waren. Auch im Motorsport gilt Darwins-Evolutionslehre.
Die STT Karriere von Frenz und dem 911er endete bereits im Oktober 2001. Mit Gesamtrang 19 verabschiedete sich Willi Frenz aus der STT. In der Klasse der GT-Fahrzeuge bis 4000 ccm war René Snel im über 100 PS stärkeren Porsche 996 GT3 RS nicht zu schlagen. Das Augenmerk legte der Mönchengladbacher wieder auf offene Sportwagen. In einem Osella PA5 startete er sporadisch beim Orwells Supersports Cup oder bei den FHR 100 Meilen. 2006 erfolgte der letzte Start bei einem Bergrennen. Am 6. Februar 2010 verstarb Willy Frenz im Alter von 74 Jahren.
Sein ehemaliger STT-Porsche dreht derweil weiter seine Runden und wird auch so die Erinnerungen an Frenz am Leben erhalten. Johannes Paczynski brachte den Porsche zurück auf die Nordschleife, wo dieser seinen zweiten Frühling erlebte. Das Highlight für den mittlerweile in kräftigem Orange erstrahlenden Renner war das 24h-Rennen 2003. Bald wissen nur noch eingefleischte Fans um die Vergangenheit des einst weißen 911er. Blieb das Aussehen bis auf die neue Lackierung und eine neue Frontschürze bis dato weitgehend unangetastet, erfolgte 2007 der Radikalumbau. Danach erinnerte nicht mehr viel an das Ursprungsfahrzeug. Während die Front das Gesicht des 96er 911 GT1 trägt, sorgt weiter hinten der mächtige Heckspoiler des 935 K3 für den nötigen Anpressdruck. Der Motor wurde aus einem Porsche 996 Cup entnommen. Damit wären wir wohl wieder bei der Evolutionstheorie angelangt. Auch der Porsche hat sich dem angepasst und mit der Gruppe H eine Lücke gefunden, in der es sich gut leben lässt. Patrick Holzer |